Wirksam. Die Tipps bei Neurodermitis.

Wirksam. Die Tipps bei Neurodermitis.

Jeder von Neurodermitis Betroffene hat seine individuelle Geschichte, jeder ist in anderem Maße durch die Krankheit beeinflusst oder eingeschränkt. Dennoch sollten Neurodermitiker versuchen, ihr Hautproblem nicht zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen, sondern ihre Haut zu akzeptieren. Die Beachtung verschiedener Risikofaktoren, gesunder Ernährung, guter Hautpflege und gezielter Entspannung kann das Leben mit Neurodermitis häufig erleichtern oder Betroffenen gar längere erscheinungsfreie Zeiträume ermöglichen.

Wir möchten Ihnen im Folgenden einige erste Hinweise und Hilfestellungen zum Umgang mit Neurodermitis geben und einige Fragen beantworten, die Sie sich vielleicht schon einmal gestellt haben.

Aufgrund der Komplexität des Themas und der unterschiedlichsten persönlichen Gegebenheiten, die zu einer Neurodermitis führen, kann es sich an dieser Stelle leider nicht um einen allumfassenden Ratgeber handeln. Gerne helfen wir Ihnen aber auch individuell im persönlichen Gespräch unter der Rufnummer 02403-1644 oder per E-Mail (pflege@goldnerz.de) weiter.

Im Folgenden finden Sie Informationen zu diesen Themen bzw. Fragen:

 

Neurodermitis – was ist das genau?

Neurodermitis ist eine Sonderform extrem trockener Haut. In der heutigen Zeit sind immer mehr Menschen von trockener und sehr sensibler Haut betroffen. Bei der neurodermitischen Haut ist der Säureschutzmantel, der Bakterien abwehrt, im Ungleichgewicht. Durch die verminderte Talgproduktion trocknet die Haut schneller aus, neigt zu Entzündungen, spannt und juckt.

Als Ursachen für die Neurodermitis sind heute vielfältige Faktoren bekannt. Trotz weitreichender Forschung gibt es allerdings zurzeit noch keine eindeutige, umfassende Erklärung für ihre Entstehung. In der Regel liegt diesem Hautproblem eine Erbanlage zugrunde. Ebenso wird ein schwaches Immunsystem als Neurodermitis bedingend angesehen. Häufig leiden Neurodermitiker zudem unter Asthma und Allergien, zum Beispiel gegen Pollen.

Meist beginnt Neurodermitis bereits im Kindesalter und begleitet den Betroffenen oft über viele Jahre. Nach der Diagnose „Neurodermitis“ bedingen sich das Hautproblem und die Lebensumstände oft gegenseitig in negativer Weise.

Individuelle Hautpflege

Jeder Mensch und somit auch jede Haut reagiert anders. Daher tritt die Neurodermitis in den unterschiedlichsten Formen und an den verschiedensten Körperstellen auf. Am häufigsten betroffen sind die Armbeugen, Kniekehlen, die Bereiche hinter den Ohren, der Hals und Körperstellen, an denen die Haut überlappt. Diese erkrankten Hautareale bedürfen besonderer Pflege.

Für die Hautpflege sollte ein Produkt verwendet werden, das individuell auf den einzelnen Betroffenen zugeschnitten ist. Dieses zu finden, gestaltet sich oft schwierig.

Je nach Hautzustand benötigt die Haut mehr oder weniger Öl- oder Feuchtigkeitsanteile. Nach Möglichkeit sollten Langzeitbehandlungen mit Produkten, die Cortison enthalten, vermieden werden, da dieses die Haut auf Dauer dünner und anfälliger macht und somit langfristig schwächt. So werden nach längeren Cortisonbehandlungen häufig erneute Hautverschlechterungen beobachtet.

Zur Langzeitpflege, die bei der dauerhaften Verbesserung des Hautbildes eine entscheidende Rolle spielt, sollten deshalb wirkstoffhaltige Arzneimittel zum Teil oder vollständig durch Pflegeprodukte ersetzt werden. Mit diesen kann die Haut je nach Bedarf mehrmals täglich gepflegt werden, so dass die gewünschte Elastizität wieder erreicht und erhalten wird.

Auch in der beschwerdefreien Zeit sollte eine gute Hautpflege nicht vernachlässigt werden. Um eventuelle Hautreizungen zu vermeiden, ist beim Pflegepräparat darauf zu achten, dass dieses keine Konservierungs- und Farbstoffe enthält und dermatologisch getestet und bestätigt ist.

Bei der Hautreinigung sollte möglichst kein übermäßiger Wasserkontakt stattfinden, da Wasser die Haut austrocknet. Kurzes Duschen ist gegenüber einem Bad immer vorteilhafter. Selbst Ölbäder haben keinen nennenswerten Pflegeeffekt, sie geben der Haut lediglich das Fett zurück, das ihr durch das Bad entzogen wurde. Zur Reinigung sollten milde Produkte gewählt werden, die möglichst frei von Konservierungsstoffen sind. Nach dem Wasserkontakt, ganz besonders nach dem Schwimmen, bedarf die Haut sofort einer guten Pflege.

Bewusste Ernährung

Eine gesunde Grundernährung ist für Neurodermitiker in jedem Fall ratsam. Nahrungsmittel, die die Haut belasten, sind zu meiden bzw. sollten nicht übermäßig konsumiert werden. Dazu gehören z. B. scharfes und sehr fettiges Essen, Süßigkeiten, Zitrusfrüchte und Zitrussäfte. Alkohol und Nikotin wirken sich ebenfalls ungünstig auf neurodermitische Haut aus. Ist eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel bekannt, sollten diese natürlich ebenfalls gemieden werden.

Weitgreifende Diäten werden jedoch nicht empfohlen. Im Anschluss an eine solche Diät treten oft Mangelerscheinungen auf, die eine allgemeine Belastung für den Körper darstellen und meist auch eine Verschlechterung des Hautbildes nach sich ziehen.

Adäquate Kleidung

Neurodermitiker sollten idealerweise Kleidung tragen, die die Haut atmen lässt und einen optimalen Temperaturausgleich ermöglicht.

Bestimmte Materialien, vor allem Naturfasern wie Seide, Leinen und Baumwolle, sind hier von Vorteil, da sie genau diese Eigenschaften mitbringen. Synthetische Textilien dagegen verursachen Wärmestaus und Schweißbildung, so dass schnell ein Juckreiz entstehen kann. Kleidung aus Tierhaar, beispielsweise Wolle, ist ebenfalls nur bedingt zu empfehlen, da diese allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Auch besonders eng anliegende Kleidung sollte nach Möglichkeit nicht getragen werden. Sie kann auf der Haut scheuern und auch zu verstärkter Schweißbildung führen. Schweiß ruft an der Hautoberfläche Entzündungen hervor, so dass nach einer starken Schweißabgabe meist eine Verschlechterung des Hautzustandes eintritt.

Wohltuendes Klima

Bestimmte Klimaverhältnisse wirken sich positiv auf neurodermitische Haut aus. Durch das Reizklima an der See oder im Gebirge werden der Stoffwechsel und das Immunsystem zu einer intensiveren Arbeit angeregt. Dies spiegelt sich bei vielen Betroffenen in einer Verbesserung des Hautbildes wider.

Von langen Sonnenbädern hingegen ist grundsätzlich abzuraten: Die Haut trocknet übermäßig aus und verschlechtert sich danach in vielen Fällen. Darüber hinaus ist ein effektiver Schutz vor starker Sonnenstrahlung sinnvoll, zum Beispiel durch geeignete Kleidung und Sonnencreme mit einem angemessenen Lichtschutzfaktor.

Entspannte Lebensführung

Für die Gesundheit unserer Haut haben auch die Lebensumstände bzw. also der Zustand des Einzelnen eine nicht unerhebliche Bedeutung. Es heißt nicht umsonst sprichwörtlich: „Die Haut ist das Spiegelbild der Seele.“

In unserer heute sehr hektischen Zeit erleben viele Menschen Stress im Beruf und auch im Privatleben; Belastungen durch das soziale Umfeld spielen eine zunehmend größere Rolle. Nicht selten sind seelische Spannungszustände die Folge. Die Schwachstelle Haut rückt dann häufig wieder in den Vordergrund, die Symptome der Neurodermitis verstärken sich.

In Stresssituationen können Entspannungsübungen eine erste Hilfe darstellen. Hilfreiche Entspannungstechniken sind beispielsweise autogenes Training, bewusste Atemübungen und Yoga. Anfänger sollten diese Übungen unter Anleitung durchführen. Durch bewusste Entspannung erfährt man, dass ein ausgeglichener Körper schneller gesundet und damit auch die Haut wieder als intakter Schutzmantel fungieren kann.

Zudem können Gespräche und der Erfahrungsaustausch mit anderen (Neurodermitis-)Betroffenen zum Stressabbau beitragen. In sehr schwierigen Lebensphasen kann auch die Konsultation eines Psychotherapeuten hilfreich sein.

Spielerischer Umgang – Kinder und Neurodermitis

Der prozentual weitaus höchste Anteil bei Neurodermitikern sind Kinder. Wird bei einem Kleinkind Neurodermitis festgestellt, so ist nicht nur der kleine Mensch selbst betroffen, sondern sein ganzes Umfeld, insbesondere seine Familie.

Das ohnehin noch etwas instabile kindliche Immunsystem, das in der Wachstumsphase oder bei den so genannten Kinderkrankheiten schon große Arbeit zu leisten hat, ist jetzt oft völlig überbelastet. In vielen Fällen folgt ein Neurodermitisschub auf den nächsten. Juckreiz, dadurch bedingtes Kratzen, durchwachte Nächte und Unruhezustände sind Symptome, die das Kind und seine Familie täglich aufs Neue vor große Herausforderungen stellen.

Hier ist viel Feingefühl gefragt, um dem Kind den Alltag so angenehm wie möglich zu machen. Daher sollte der Tagesablauf möglichst gleichmäßig gestaltet werden. Hautpflege, Ernährung oder spezielle Kleidung sollten nicht zu etwas Außergewöhnlichem werden. Kinder sind sensibel und bemerken sehr schnell, wenn etwas von der Normalität abweicht. Dies kann erneut Unruhe und Unsicherheit bei ihnen auslösen und damit wiederum zur Verschlechterung des Hautbildes beitragen.

Es empfiehlt sich, alles, was zur Stabilisierung der Haut notwendig ist, in Form von kleinen spielerischen Ritualen in den Alltag einfließen zu lassen. Dem Kind und auch seiner Familie erleichtert diese Vorgehensweise den Weg zur Besserung erheblich.